|


Der Verband wurde 1976 gegründet und hat die Aufgabe
der geordneten Abwasserbeseitigung und des Gewässerschutzes in den 4
Mitgliedsgemeinden:
Bad
Ischl Land Oberösterreich 13.500 Einwohner, 163 qkm Fläche
St. Gilgen
Land Salzburg 3.300 Einwohner, 99 qkm Fläche
St. Wolfgang
Land Oberösterreich 2.700 Einwohner, 57 qkm Fläche
Strobl
Land Salzburg 3.000 Einwohner, 94 qkm Fläche
Gründung des
Reinhalteverbandes Wolfgangsee-Ischl zunächst nur für die Erstellung
eines Sanierungsplanes
Reibungslose
Zusammenarbeit über die Grenzen der Bundesländer hinweg
Planungsauftrag an die
Verfasser des Sanierungsplanes
wasserrechtliche
Verhandlungen und Bewilligungen
BA 01: Kanäle S 30 Mio.
BA 02: Kläranlage S 160 Mio.
BA 03: Kanäle Leitungen
Pumpwerke S 245 Mio.
Verbandsbauten Summe: S 435 Mio.
Ohne Ortsnetze der Gemeinden
-
1986 Baubeginn Pumpwerke
-
1988 Einstellung des
Betriebspersonals im Februar 1988
-
Inbetriebnahme im Juli 1988 von: Kläranlage, den Verbandskanälen, den
Seeleitungen u. Pumpwerken
Der Reinhalteverband Wolfgangsee-Ischl ist der größte, über zwei
Bundesländer reichende Reinhalteverband Österreichs, er umfasst mit
dem Herz
des Salzkammergutes und dem Wolfgangseegebiet eines der bedeutendsten und schönsten Fremdenverkehrsgebiete Österreichs; darunter
die beiden
größten Fremdenverkehrsgemeinden Oberösterreichs und zwei
diesbezüglich sehr bedeutende Gemeinden Salzburgs; der Abwasseranfall
ist also sehr
wesentlich von der Freizeitwirtschaft bestimmt und
saisonal stark schwankend.
Gästeübernachtungen pro Jahr: Bad Ischl: 480.000 St. Gilgen: 480.000 St. Wolfgang: 380.000 Strobl: 250.000
Dazu kommen noch unzählige Tagestouristen,
Ausflügler, Badegäste und Kulturbeflissene, die in diesem Gebiet Erholung und Erbauung suchen. Neben
dem Kurgebrauch, dem Kur- und
Operettenstadt-Flair Bad Ischls ist die Erholung am Wasser, das
Vorhandensein sauberer Gewässer eine Haupt-
grundlage der
Freizeitwirtschaft. Ohne äußerste Anstrengung, ohne großen technischen
und finanziellen Aufwand wären die Gewässer des
Salzkammergutes unweigerlich durch Überdüngung, daraus Algenbildung und
Sauerstoffmangel, gänzlich entwertet - genau wie das in diesen Jahren
tragisch an der Adria vorgeführt wird und in der Vergangenheit auch an
manchen Alpenseen zu beobachten war.
Der Wolfgangsee, mit 13,2
km² Fläche und 619 Mio. m³ Inhalt der sechstgrößte österreichische See,
wird aus dem 123 km² großen Einzugsgebiet von
158 Mio. m³/Jahr (im
Mittel 5 m³/s) durchflossen, was einen Wasserwechsel in rund 4 Jahren
bedeutet; der See ist damit - überdies durch seine Wärme
und Lichtdurchlässigkeit - bezüglich Überdüngung sehr empfindlich; ebenso
sein Abfluss, der von Natur aus sehr klare Ischl-Fluss.
Deshalb wird vom
Reinhalteverband nunmehr durch Ring- und Seeleitungen am Wolfgangsee und
Hauptsammler entlang der Flüsse das Abwasser
gänzlich von Seen, Flüssen
und Bächen des Verbandgebietes ferngehalten.
Aber auch der unterhalb
des Verbandgebietes liegende Traunsee, der mit 25 km² Größe zweitgrößte
Binnensee Österreichs, dessen Wasser von der
Traun einmal jährlich
ausgetauscht wird und daher auf Überdüngung etwas weniger empfindlich
ist, wird vom Verband bestens geschützt:
Die Verbandskläranlage Wolfgangsee-Ischl an der Traun unterhalb von Bad Ischl hat zusätzlich zu
bester biologischer Reinigung noch
eine Phospahtfällung, die alle Düngestoffe aus dem Abwasser entfernt; mit dieser sogenannten „dritten
Reinigungsstufe“ ist die Kläranlage die
größte Oberösterreichs.
Der Verband hat die überregionalen Anlageteile zur
Abwasserableitung und Abwasserreinigung im Wesentlichen in den Jahren
1984 bis 1989 mit einem
Kostenaufwand von rd. 435 Mio. ATS errichtet und
zwar:
-
62km Hauptsammelkanäle,
See- und Landdruckleitungen verschiedener Größe, 21 Abwasserpumpwerke
mit zusammen 2.500m³ Retentionsräumen und zentraler
Überwachungsanlage. Der Fließweg des Abwassers vom Krottensee bis zur
Verbandskläranlage beträgt 30 km!
-
Verbandskläranlage,
mechanisch-biologisch mit höchstem Kläreffekt: mit Phosphatfällung und
Stickstoffentfernung, Klärgasnutzung in Gasmotoren,
Wärmerückgewinnung, kleinster Energieverbrauch, beste Isolierung,
Schlammfaulung; Entwässerung mit Kammerfilterpresse, Deponieplätze für
viele Jahrzehnte; neuartige, umweltbezogene Gestaltung der Kläranlage;
insbesondere durch Umbauung der großen Faultürme und Verwendung
ansprechender Bauformen, Farben und Baustoffe.
Nach den geltenden
Verbandssatzungen sind die Gemeinden wie folgt an den Verbandsbauten
(BA
01, BA 02, BA 03; zusammen 435 Mio. ATS) beteiligt:
Bad Ischl 49 %, St. Gilgen 24 %, St. Wolfgang 14 %,
Strobl 13 %;
Somit Land Oberösterreich 63 % und Land Salzburg 37
%.
Die Ortskanalnetze in den
Mitgliedsgemeinden sind zum Teil schon vorhanden bzw. werden von den
einzelnen Gemeinden abschnittsweise selbst errichtet,
was in Summe einen
Aufwand von vielen hundert Millionen Schillingen bedeutet, die von den
Gemeinden im Laufe einiger Jahrzehnte in Ortskanäle
investiert wurden
oder noch werden.
Somit sind im Verbandsgebiet im fruchtbaren
Zusammenwirken von Gemeinden, Ländern und Bund, mit modernster
Technologie, aber ohne „Beton“ und
zur Schau gestellter Technik, die
Voraussetzungen für eine lückenlose Abwasserbeseitigung, eine umfassende
Gewässerreinhaltung mit glasklaren Seen
und appetitlichen, sauberen
Bächen und Flüssen geschaffen worden, was ab heute allen kommenden
Generationen zugute kommen wird.
Der Kanal-und Kläranlagenbau
ist das finanziell größte Bauvorhaben der beteiligten
Gemeinden des
inneren Salzkammergutes und der größte
über 2 Bundesländer
reichende Reinhalteverband Österreichs.
|